Am gestrigen Sonntag war es soweit. Die Play-Downs in der JBBL haben begonnen und nun wird es sich zeigen, ob die Tübinger U-16 Spieler tatsächlich so schlecht sind, wie sie nach der ersten Runde dastanden.
Der Start in die Play-Downs zumindest ist geglückt. Man konnte sich recht deutlich mit 94:58 gegen die Crailsheim Merlins durchsetzen. Dabei entwickelte sich auf Tübinger Seite ein recht munteres Spielchen, alle Spieler konnten eingesetzt werden und auch fast alle Spieler konnten sich in die Punkteliste eintragen. Dabei zeigten die Spieler nicht nur ein sehr engagiertes Verteidigungsverhalten, sondern zeigten auch im Angriff einige sehenswerte Aktionen und Passstaffeten.
Besonders wichtig war dabei, den Crailsheimer Topscorer Ivanov unter Kontrolle zu halten und dies gelang mit wechselnden Verteidigern relativ gut. Auf Tübinger Seite konnten in der Offensive einmal mehr Felix Sieghörtner und Lukas Sipetic sehr erfolgreich agieren und sich mit jeweils 25 Punkten den High-Score teilen.
Besonders erwähnenswert war, dass man diesmal in der Verteidigung sehr gut stand, kaum Drives zum Korb zuließ und sich besonders in der zweiten Halbzeit die Rebounds gleich serienweise griff. Dabei zeichneten sich besonders Eduard Schindel und Jan Weber aus, die kaum einen Offensivrebounds zugelassen haben. Was dieser Sieg wert war, wird sich in der nächsten Woche zeigen, wenn man nach Nördlingen fahren muss.
Um die Startberechtigung für die JBBL für das nächste Jahr zu schaffen, müsste man in dieser Achtergruppe mindestens Vierter werden. Dies sieht jetzt noch nicht wirklich gut aus, wenn man sich jedoch die Tabelle anschaut, dann ist man eigentlich nur 2 Punkte hinter dem Tabellendritten. Für Spannung sollte also in den nächsten Wochen gesorgt sein.
Am Sonntag war es endlich soweit. Die Young Tigers Tübingen haben ihr erstes Spiel in der JBBL gegen das favorisierte Team aus Freiburg mit 82:74 gewonnen. Etwas unerwartet kam das Ganze schon, da mit Freiburg eines der körperlich stärksten, weil größten, Teams nach Tübingen kam.
Zwei Gründe, warum Tübingen gewinnen konnte. Erstens war man Offensiv so erfolgreich wie noch nie, drei Spieler, Lukas Sipetic (29), Jakub Vrba (22) und Edward Schindel (18) trugen dabei die Hauptlast im Angriff und wurden noch mit drei Dreiern von Justin Klay (2) und Maxime Sipetic (1) entlastet, bzw. unterstützt. Der Zweite, allerdings der bei weitem wichtigste Grund war, dass man in der Defensive das beste Spiel in dieser Saison ablieferte. Maxime Sipetic, immer wieder unterstüzt von Platon Kreis, Viktor Lopatin und Alex Kari, setzte den gegnerischen Aufbau so stark unter Druck, dass der Gegner schon im Aufbau Probleme hatte. Kamen die Gegner zum Wurf und trafen nicht, dann war endlich einmal ein konsequentes Ausblocken und Rebounden zu erkennen, besonders Stefan Weber ging da sehr erfolgreich zu Werke und schnappte den Gegnern diverse Bälle vor der Nase weg.
Was besonders augenfällig war, man hatte kaum Ballverluste und kam im Angriff immer wieder zu guten Würfen, bzw. freien Korblegern und man hatte am Sonntag einfach immer wieder eine Antwort parat, wenn der Gegner noch einmal bedrohlich nahe kam, bzw. sogar im dritten Viertel noch einmal in Führung ging. Dies konnte man jedoch mit unbändigem Kampfeswillen noch einmal drehen und am Schluß als verdienter Sieger vom Feld gehen.
Vielleicht gibt dieser Sieg den Young Tigers den nötigen Schub und auch ein wenig Selbstvertrauen für das Spiel in Karlsruhe und die kommenden Aufgaben in den „Play-Downs“. Vielleicht bringt man ja noch die eine oder andere Überraschung im Laufe dieser Runde zustande.
Justin Klay (6 / 2 Dreier), Lukas Sipetic (29), Platon Kreis, Kosta Solomonidis, Viktor Lopatin (2), Alex Kari, Maxime Sipetic (3 / 1), Jakub Vrba (22 /2 ), Jan Weber, Adrian Brun, Stefan Weber (2), Edward Schindel (18).
Am letzten Wochenende begann die Rückrunde der JBBL-Spielzeit 2009/2010, sodass man daran gehen kann, ein erstes Fazit der bisherigen Spiele zu ziehen.
Betrachtet man nur die nackten Ergebnisse, so muss man relativ ernüchtert an die Rückrunde herangehen, zumal der Start in die Rückrunde genau so bescheiden verlief, wie die komplette Hinrunde.
Man verlor auch diese Partie gegen das Basketballinternat Speyer mit 34 Punkten Unterschied und ist mit 7 Punkten aus 7 Spielen siegloser Tabellenletzter mit zum Teil richtig entmutigenden Niederlagen. Die Krönung war wohl die 85-Punkte-Schlappe, die man gegen Ludwigsburg einstecken musste. Kein Spiel wurde mit weniger als 20 Punkten Unterschied verloren, was gibt es also, dass einem Hoffnung machen sollte, zumal auch keine neuen Spieler in naher Zukunft den Weg nach Tübingen finden werden.
Am letzten Sonntag war relativ schnell klar, dass auch im siebten Spiel in Folge nicht wirklich was zu holen war. Speyer war auf allen Positionen besser, weil um einiges größer, besetzt und brachte Tübingen ein ums andere Mal unter dem Korb arg in Bedrängnis. Wenn Tübingen nicht beim ersten Wurf traf, dann gehörte der Rebound meist der Mannschaft aus Speyer, sodass es für die Tübinger fast nie eine zweite Chance gab. Auch für ihre ersten Würfe mussten die Tübinger sehr hart arbeiten und kamen selten wirklich offen zum Wurf. Was allerdings in diesem Spiel absolut stimmte war der kämpferische Einsatz der Tübinger. Jeder Spieler setzte sich vorbildlich ein und versuchte mit Kampf und Leidenschaft die körperliche Überlegenheit der Gegner wett zu machen – letztlich leider vergebens. So gewann Speyer, am Ende wieder mal relativ deutlich, mit 79:45 und brachte Tübingen wieder eine empfindliche Niederlage bei.
Auch dieses Spiel verdeutlichte eindrucksvoll, woran es in Tübingen und beim Tübinger Spiel hauptsächlich krankt, nämlich an großen, körperlich einigermaßen gleichwertigen Spielern. Taktisch und vom kämpferischen Einsatz können die Tübinger mit zwei oder drei Mannschaften in ihrer Liga (JBBL Gruppe Südwest) durchaus mithalten, was jedoch nicht wett zu machen ist, ist die deutliche körperliche Unterlegenheit, mit der sich die Mannschaft immer wieder konfrontiert sieht. Jede Mannschaft, mit Ausnahme der Mannschaft aus Karlsruhe vielleicht, ist mit ein, zwei oder sogar drei Spielern über 2 Meter besetzt. Auch auf den sogenannten „kleinen“ Positionen, laufen bei den gegnerischen Mannschaften Spieler zwischen 1,85 und 1,95 auf, sodass einfach klar auf der Hand liegt, warum Tübingen bis jetzt kein Spiel gewinnen konnte. Zieht man nämlich einmal die Halbzeitergebnisse heran, dann erkennt man, dass Tübingen nicht immer so chancenlos war, wie die Endergebnisse vorgeben. In Speyer lag man zur Halbzeit mit 7 Punkten zurück, gegen Freiburg und Karlsruhe mit 3 Punkten. Man musste aber aufgrund der Größendefizite immer so viel in diese Spiele investieren, dass man regelmäßig in der zweiten Halbzeit einbrach und dann doch recht empfindlich verlor.
Was die Runde bis jetzt aber auch zeigte ist, das die Zusammenarbeit mit der BRTNA (Basketball Region Tübingen Neckar Alb) recht gut ins Laufen gekommen ist. So spielen in der JBBL-Mannschaft in Tübingen Spieler aus Tübingen, Reutlingen, Rottenburg und Herrenberg. Außerdem schaute noch der eine oder andere Spieler bis nach Balingen im Training vorbei und suchte seine Chance in Tübingen. Eines war jedoch allen gemein, nämlich die mangelnde Körpergröße, die zwar nicht alles ist, aber doch nicht gerade hinderlich wäre und wie oben schon beschrieben, durchaus Spiele auch entscheiden kann.
Um dies zu verändern, plant man für die kommende Saison eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit Möhringen, die in dieser Hinsicht Tübingen durchaus helfen könnten. Sehen wir mal, was aus diesen Plänen wird.
Eins ist jedoch sicher, die Tübinger Mannschaft hat sich, auch wenn dies vielleicht nicht in den Ergebnissen sichtbar wird, seit letztem Sommer deutlich verbessert. Beleg dafür sind die Ergebnisse der U-16/1, die in der Jugendoberliga spielt und dort bisher vier Spiele gewonnen und 2 verloren hat. Ein Beweis also, dass man, trotz allem, gute Arbeit leistet und einzelne Spieler weiter entwickelt und ausbildet.
Letztendlich ist auch noch wichtig, dass 15-16 Jugendliche intensiv trainieren und seit Juni regelmäßig hart daran arbeiten sich technisch, taktisch und spielerisch zu verbessern. Dieser Aufgabe kommt der Verein und die Mannschaft somit auch nach und das sollte man, bei allem Streben nach guten Ergebnissen, nicht vergessen.